Wasserkraft: Aus Mühlen wurden Kraftwerke
Die Wasserkraft beschreibt die aus der Wasserströmung mit Hilfe von Turbinen und Kraftwerken gewonnene Energie. Sie zählt zu den wichtigsten Praktiken, um Strom über erneuerbare Energien zu produzieren. Neben Solar- und Windenergie ist die Wasserkraft eine der am häufigsten verwendeten erneuerbaren Energien.

Speicherkraftwerk in Hieflau, Steiermark, Österreich (Foto: Jenud)
Bereits vor der Industrialisierung wurde die Wasserkraft als Treibkraft für Mühlen oder Sägewerke genutzt. Die Bewegungsenergie einer Wasserströmung wird mit Hilfe eines Turbinenrads in mechanische Rotationsenergie umgewandelt. Diese eignet sich hervorragend zum Antrieb von Generatoren oder Maschinen. Heutzutage wird mit Hilfe der Wasserkraft, vor allem in Deutschland, hauptsächlich elektrischer Strom erzeugt.
Dank moderner, ausgereifter Technologien trägt die Wasserkraft, auf Platz zwei nach der energetischen Nutzung von Sonnenstrahlen, einen erheblichen Anteil zu der Erzeugung von Strom über die regenerativen Energien bei.
Gerade in Süddeutschland ist ein hohes Potential für die Nutzung von Wasserkraft vorhanden. Der Voralpenraum bietet optimale Voraussetzungen für eine effiziente Wasserkraft-Nutzung. Die Modernisierung, Reaktivierung und Restaurierung vorhandener Anlagen sind hierbei wesentliche Bestandteile. Mitwirkend hat sich die Bundesregierung die Effizienz von Wasserkraftanlagen und die Optimierung der gewässerökologischen Umstände als Ziel gesetzt.
Wasserkraftwerke lassen sich je nach Leistung in kleine Anlagen mit weniger als 1 Megawatt und große Anlagen mit mehr als 1 Megawatt unterscheiden. Deutschlandweit sind 80 Prozent der großen Wasserkraftwerke Laufwasserkraftwerke und 20 Prozent Speicherkraftwerke.
Ein Laufwasserkraftwerk macht sich die Strömung eines Flusses oder Kanals zur Energieerzeugung zu nutze. Ausschlaggebend für die Funktion eines Laufwasserkraftwerks ist eine niedrige Fallhöhe, sowie jahreszeitenabhängig schwankende Wassermengen.
Ein Speicherkraftwerk hingegen benötigt hohes Gefälle und bedient sich der Speicherfähigkeit von Bergseen und Talsperren. Die Turbinen eines Talsperren-Kraftwerks befinden sich meist am unteren Ende einer Staumauer.
Ein Bergspeicherkraftwerk verbindet einen Bergsee mit der im Tal befindlichen Kraftwerksanlage mittels Druckrohrleitungen. Speicherkraftwerke sind vielseitig einsetzbar und eignen sich optimal als Reservespeicher.
Kleinwasserkraftanlagen sind reintheoretisch nur weniger effiziente Speicher- oder Laufwasserwerke. Wegen der niedrigeren Fallhöhen und Wassermengen kann ein Kleinwasserkraftwerk nur geringere Leistung erbringen. Sie eignen sich jedoch ideal für die Stromerzeugung privater Haushalte.